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Bungalow in Zürich


 

Ausgangslage

Im März 2017 ergab sich die Gelegenheit ein Bungalow aus den späten 50er Jahren anzumieten. Es handelt sich um ein eingeschossiges Haus mit 5 Zimmern, Wintergarten und einer Wohnfläche von ca. 120 qm. Die Umgebung besteht aus ca. 600 qm Grünfläche mit alten Bäumen und einem Bach, der durch das Gelände fliesst. Da wir bis jetzt vor allem Stadtwohnungen eingerichtet haben, wollten wir uns diese interessante Möglichkeit nicht entgehen lassen und das baufällige Haus in ein gemütliches Daheim verwandeln. 

Zunächst waren einige handwerkliche Aufgaben zu erledigen, da dieses Objekt seit längerer Zeit unbewohnt war und die Bausubstanz seit nunmehr 60 Jahren ohne grössere Instandstellungsarbeiten auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Da dieses Haus in naher Zukunft abgerissen wird, entschlossen wir uns, nur die nötigsten Arbeiten auszuführen. Um die Kosten überschaubar zu halten, haben wir viele Arbeiten selbst erledigt und konnten das Haus dank grossem Einsatz und lieben Freunden innert weniger Wochen bewohnbar machen.

Wir haben darauf geachtet, dass das Haus möglichst nahe am Originalzustand bleibt und optische Anpassungen nur dort vorgenommen, wo es unausweichlich erschien. Die einzigen Veränderungen fanden während der Malerarbeiten statt. Die Wände sind nun alle durchgehend weiss, alte gemusterte Tapeten wurden durch Weissputz ersetzt und die Türen und Türrahmen wurden in einem neutralen grau gestrichen. Wir konnten so das relativ dunkle Gebäude aufhellen und optisch leichter gestalten. Ansonsten wurden vor allem Instandstellungsarbeiten an Boden, Heizung und Sanitärinstallationen ausgeführt.

 

Einrichtung

Der Grundriss des Gebäudes ist aufgrund klarer Raumvorgaben relativ einfach in der Gestaltung. Am meisten hat uns die Ausrichtung des Sofas beschäftigt. Wir haben uns dazu entschieden, dieses zum Esszimmer hin auszurichten, damit die beiden Räume miteinander in Verbindung stehen. Der Wohn- und Essbereich ist mit Objekten ausgestattet, die das Erscheinungsbild der typischen 50er Jahre Architektur durchbrechen und sich trotzdem nahtlos in das Haus einfügen. Dazu haben wir ein Sofa von Pierre Cardin aus den 60er Jahren mit einem italienischen Salontisch aus schwarzem Marmor kombiniert und vor antike Karteischränke platziert. Vom Sofa aus blickt man auf einen grossen Esstisch aus Alteiche, der in seiner Grundform an Entwürfe von Pierre Chapo erinnert. Die Essstühle aus Palisander haben zulaufende Beine und wirken im Erscheinungsbild filigran und elegant. Sie haben den selben Winkel wie die Tischbeine und kontrastieren dessen wuchtige Form ohne dabei wie Fremdkörper zu wirken. Der Leuchter aus Kristall weist 12 Brennstellen auf und bringt bei Bedarf genügend Licht in das eher dunkle Esszimmer. 

Im Wintergarten platzierten wir zunächst einen freistehenden Schreibtisch, wovon wir aber sehr schnell wieder abkamen. Die Arbeit in diesem "Zwischenraum" bot einerseits zu wenig Rückzugsmöglichkeit und andererseits ist der Wintergarten mit seiner Ausrichtung zum Grundstückseingang hin, von aussen einsehbar und sollte sich nicht primär als Arbeitsplatz zeigen. Im Wintergarten steht momentan eine Chaise Longue von Le Corbusier, die zum Verweilen einlädt, um den Blick ins Grüne zu geniessen.

Der Flur wurde einfach und funktional gestaltet. Der kleine Leuchter von Lobmeyer hat 4 Brennstellen und ist eine helle Lichtquelle für den Eingangsbereich. Er wird von der Stuckdecke umgeben und bildet einen Kontrast zum ansonsten eher nüchtern ausgestatteten Flur.   Ins Auge sticht auch die ungewöhnliche Nutzung eines Wandregals von Poul Cadovius als Schuhregal. Dahinter steht die Idee, der Schuhsammlung Präsenz zu verleihen. Als Garderobe wurde eine Hakenleiste aus Messing und Plexiglas verwendet.

Das Arbeitszimmer ist mit einem Bumerang Desk von Peter Nielsen und einem Eames Softpad ausgestattet. An der Wand hängt ein String Regal mit weissen Leitern. Da dieses Zimmer mit ca. 15 qm sehr klein ausfällt, war es uns wichtig nur wenige ausgewählte Möbel zu verwenden. Der Nielsen Desk folgt dabei der dänischen Tradition und ist in seinen Ausmassen kompakt und filigran gestaltet. Die Wandregale schaffen Stauraum und Ablagefläche ohne dabei den Raum merklich zu verkleinern. Im Arbeitszimmer hat es zugleich 4 Einbauschränke, die zur Kleideraufbewahrung genutzt werden. Das Innenleben der Schränke wurde neu gestaltet und durch ausziehbare Kleiderstangen ergänzt.

 

 

Nutzung

Für uns ist es wichtig, dass Leben und Arbeiten im angemessenen Verhältnis zusammenkommt. Wir nutzen den Bungalow daher nicht nur als Wohnfläche. Im Keller gibt es ein Atelier und eine Werkstatt, wo es möglich ist, Restaurationen und Holzarbeiten auszuführen. Weiterhin gibt es ein Lager für Leuchten und kleinere Objekte. Wir veranstalten im Garten gerne Grillfeste oder Abendessen mit Freunden und guten Kunden.

Wir sind immer auf der Suche nach Objekten, die wir als Zwischennutzung anmieten können. Wenn Sie ein freistehendes Lager, Ladenlokal oder Haus haben, würde es uns freuen mit Ihnen zusammen ein Konzept zu erarbeiten.