Woher kommt denn das? Teil 2

Da ich immer noch regelmässig gefragt werde, woher denn all die Sachen stammen, habe ich mich entschieden das Thema Warenaquise nochmals zu behandeln. Als Laden ist es fast unmöglich alle Stücke in Eigenregie zu akquirieren. Das bedeutet, dass man auf Händler und Sammler zurückgreifen muss. Zum ersten mal in Kontakt mit Händlern kam ich in meinem ersten Ladengeschäft am Manesseplatz. Fortan lernte ich viele spannende Zwischenhändler kennen und auch Sammler gaben sich zwischenzeitlich die Klinke in die Hand. Der Zwischenhandel ist ein besonders schwieriges Geschäft, bei dem die Kunst darin besteht, Waren zu besonders günstigen Preisen aufzustöbern und damit Läden zu beliefern, die diese dann in grösseren Stückzahlen und in regelmässigen Abständen abnehmen. Der erste Zwischenhändler, der aufgeschlagen ist, heisst Jakob. Bereits nach kurzer Zeit kam der fliegende Händler mit seinem grünen Kombi bei uns angebraust. Jedes mal, wenn er vorbeikam parkierte er quer über drei Parkplätze und hatte stets ein Feldschlösschen Bier in der Hand. Er öffnete seinen Kofferraum und präsentierte seine Waren. Spotlampen, Gartenstühle, Kleinmöbel und vieles mehr kauften wir ihm dankbar ab. 

Normalerweise bestand Jackys Tagesroutine darin, bis 17 Uhr zu arbeiten und am Feierabend diverse Kontakte und Brockenhäuser anzufahren, um Waren aufzustöbern. Mit der Zeit gefiel es ihm aber so gut bei uns am Manesseplatz, dass er direkt um 17 Uhr vorbeikam um Bier zu trinken. Letztens hat Jakob mir vorgerechnet, dass er während diesem  Jahr am Manesseplatz ca. 13000.- Franken in Bier investiert habe, wovon ich mindestens die Hälfte getrunken habe. Ich denke, dass diese Zahlen komplett überrissen und unwahr sind. Jakob ist ein eher hagerer Mann mit verfilzten langen Haaren und einem wild wucherndem Bart. Seitdem ihm am Manesseplatz eine Max Bill Lampe auf den Kopf gefallen ist, hat er eine Zahnlücke. Einmal besuchten wir zusammen ein Lager in Wollishofen. Zuerst wollte ich den fliegenden Händler nicht mitnehmen. Nach endlosen Diskussionen über das Thema willigte ich schliesslich ein und nahm ihn mit. Wir hatten einen Termin mit einem Italienischen Lampensammler namens Giorgio. Ich kannte Giorgio nicht wirklich, wusste nur, dass er aus Sizilien stammt und mehrere Gangtattoos an Händen und Armen hat. Wie so oft befand sich dieses Lager in einem leeren Industriegebäude. Wir trafen Giorgio in der Tiefgarage und standen einem ca. 190cm grossen, wortkargen Sizilianer gegenüber,. Irgendwie hatte man bei Giorgio immer das Gefühl, er könnte jederzeit die Fassung verlieren. Trotzdem gingen wir in das Lager und wahren ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt von der grossen Sammlung. Giorgio hat in seinem Lager an die 2000 Lampen. Der Boden war voll mit Glasleuchten und fragilen Objekten. Unzählige Lampen aus den 60er und 70er Jahren, Muranoglas, Kronleuchter, dänisches und schwedische Hängeleuchten, kurzum ein sehr beeindruckendes Sammelsurium an verschiedensten Lampen des 20. Jahrhunderts. Als ich mitten in einer Preisverhandlung mit Giorgio war, vernahm ich aus dem hinteren Teil des Raumes ein lautes Geräusch. Wir drehten uns um und sahen Jacky, der plötzlich mit ohne  Hosen dastand. Verdutzt blickten wir auf das absurde Bild und ich bemerkte, wie Giorgios gute Laune verschwand und eine Ader mitten auf seiner Stirn zu pulsieren begann. Jacky versuchte seine Hosen hochzuziehen, doch diese rutschte abermals runter, weil der Gürtel gerissen war. Jakob musste nun während der ganzen Zeit seine Hosen mit beiden Händen festhalten und sorgfältig über Glasobjekte und Lampen balancieren. Ich kaufte dann einige Lampen von Giorgio und wir verschwanden aus dem düsteren Parkhaus.

Jakob selbst sammelt vorwiegend italienisches Glas aus dem 20. Jahrhundert. Ich hatte einmal einen riesigen Kronleuchter von Ercole Barovier angekauft. Es handelte sich um ein wunderschönes seltenes Exemplar, das in dieser Form weltweit wohl nur wenige Male existiert. Um ehrlich zu sein fand ich nur ein einziges weiteres Exemplar, welches in einer Galerie in New York für über 13000 Dollar angeboten wurde. Dieser Leuchter wog an die 70 Kilogram. Zur Befestigung verwendete ich einen normalen Dübel mit Haken. Ich hing den Leuchter an die Decke und hörte nach ca. 10 Minuten ein lautes knacken. Schnell stieg ich auf die Leiter und wollte nachfixieren. Ich hatte keine Chance. Das Ding fiel mit einem lauten Krach zu Boden. Der Dübel und der Haken hatte gehalten. Jedoch ist ein gesamtes Stück der Rigipsplatte aufgrund des hohen Gewichts ausgebrochen. Jacky, der den Leuchter aufgeregt erwartete, rief mich an und fragte, ob das Stück denn schön sei. Ich antwortete, dass es sich um ein wunderschönes Exponat gehandelt hatte. Er fragte mich, wieso ich in Vergangenheitsform sprach. Ich erzählte ihm, dass der Leuchter zu Boden fiel und nun in tausend Scherben lag. Jakob brach in Tränen aus und betitelte mich als Adolf Hitlers Reinkarnation. Seiner Meinung nach habe ich unwiederbringlich italienisches Kulturgut zerstört. Innerhalb von 15 Minuten kam er mit seinem grünen Kombi angebraust um sich die Überreste des Leuchters anzuschauen. Er brach abermals in Tränen aus. Irgendwie hatte er recht. Dieser Leuchter war einzigartig und hatte über 60 Jahre lang in hellem Glanz erstrahlt. Bis ich auf die doofe Idee kam, das Prunkstück unsachgemäss an der Decke zu befestigen. Als ich übrigens am Tag darauf meine Versicherung anrief und sagte, dass mir ein Kronleuchter für 13000.- CHF von der Decke gefallen ist, hörte ich vorallem schallendes Gelächter. 

Überhaupt musste ich feststellen, dass ich nicht für die Arbeit auf Leitern geschaffen bin. In meinem ersten Laden am Manesseplatz installierte ich Kabelanschlüsse an der Decke, damit wir die Deckenlampen in der Ausstellung in Betrieb nehmen konnten. Es war an einem heissen Sommerabend, als ich den letzten Anschluss anbringen wollte. Ich hatte etwa sechs Bier getrunken und vergass die Hauptsicherung abzuschalten. Als ich die letzten Drähte in die Hand nahm um sie anzuschliessen, zuckte ich unter einem heftigen Stromschlag zusammen, fiel von der Leiter auf einen Tisch und blieb bewusstlos liegen. Glücklicherweise war der Tisch ausserordentlich stabil und federte meinen Fall aus über drei Metern Höhe ab. In der Folge entschied ich mich keine Elektroarbeiten mehr unter Alkoholeinfluss vorzunehmen. Normalerweise sind Stromschläge für einen gesunden Menschen, zumindest unter normalen Verhältnissen, ungefährlich. Trotzdem sind sie unangenehm. In den allermeisten Fällen sind sie auf Unachtsamkeiten zurückzuführen. Einst kaufte ich eine Spotleuchte bei Zwischenhändler Jacky. Dieser funktionierte tadellos. Der Kunde hatte den Spot mehrere Wochen bei sich in Betrieb, als er ihn zu mir in den Laden zurückbrachte und meinte, dass bei einer Fassung ständig die Glühbirnen kaputtgingen. Ich versicherte ihm, dass wir uns die Lampe anschauen und gegebenenfalls reparieren. Ich kontaktierte Jakob und meinte, dass er sich den Spot anschauen möge. Dies tat er auch, konnte aber nichts entdecken und bestätigte mit grösster Sicherheit, dass mit der Spotleuchte alles in bester Ordnung sei. Ich bestellte den Kunden ins Geschäft und demonstrierte alle Funktionen. Mitten in dieser Demonstration gab es einen Knall, die Sicherung fiel raus und ich hatte mal wieder einen Stromschlag abbekommen. Natürlich durfte ich mir vor dem Kunden nichts anmerken lassen und meinte, dass zwar alles in Ordnung sei, ich die Lampe aber trotzdem aus zurücknähme. Als wir die Lampe auseinandergebaut haben, um zu sehen, was los ist, sahen wir, das ein Konstruktionsfehler vorliegt und die Kabelführung innerhalb der Lampe über ein Kugelgelenk läuft, das die Kabelhülle nach einer gewissen Anzahl Bewegungsabläufe zwangsläufig verletzt. Seit dieser Erfahrung passe ich sehr gut auf, welche Spotleuchten ich ankaufe und wie die Kabelführung im Innern der Lampe gelöst ist.

S Steiner
Woher kommt denn das? Teil 1

Die Frage, die ich am meisten gestellt bekomme: „Woher hast du all deine schönen Sachen?“. Natürlich verbirgt sich hinter dieser Frage nicht zuletzt die Absicht, den Händler auszuschalten und die Waren direkt an der Quelle einzukaufen. Obwohl es also wenig geschäftsfördernd wäre, auf diese Frage wahrheitsgetreu zu antworten, bin ich meistens ehrlich und antworte mit dem einzig richtigen Satz: es gibt kein Patentrezept für die Warenakquise. Einerseits sind Vintageläden kleine Autorenshops, die durch Persönlichkeit, Geschmack und Einzigartigkeit funktionieren, andererseits sind die angebotenen Objekte meistens so selten, dass es keine einfache Vorgehensweise gibt, sie zu finden. Erschwerend kommt dazu, dass diejenigen Objekte, die zu uns ins Sortiment kommen, Objekte der Begierde sind und von vielen besessen werden wollen. Meistens haben sie einen klaren Marktwert, der sich anhand Nachfrage, Seltenheit und Zustand aufschlüsselt. Die Kunst dieses Geschäfts besteht also vor allem darin, diese Objekte unter dem eigentlichen Marktwert aufzuspüren, so dass noch etwas für Miete und Spesen abfällt. Bloss, wie macht man das?

Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass Händler in die Brockenhäuser aufs Land fahren, dort die Lastwagen vollpacken und dann in den urbanen Gebieten teuer verkaufen. Das stimmt nicht. Einerseits sind die Preise in vielen Brockenhäusern so hoch, dass sie Ladenpreise teils übersteigen, andererseits wären die Spesen für die dünne Ausbeute meistens zu hoch. Natürlich kann man immer mal wieder ein Schnäppchen machen, aber wenn man davon leben will, braucht es auch andere Kanäle. Ich erinnere mich an so viele Touren, die zu Leerfahrten wurden. Einerseits, weil man tagelang einfach Sperrmüll zu Gesicht bekommt, andererseits weil die wenigen guten Dinge, die man finden kann schlichtweg viel zu teuer ausgepreist sind. So kommt es nicht selten vor, dass in einem  Brockenhaus des Frauenvereins XY die gleichen Preise wie in einer Pariser Galerie verlangt werden. Es ist mir sogar schon mal passiert, das an einem Stuhl im Brockenhaus ein Ausdruck von 1st Dips hing, der rechtfertigen sollte, warum es sich bei diesem relativ unspektakulären Bürostuhl nun um ein für die Menschheit unverzichtbares Kulturgut handeln soll.

Wer auf diesen Zeilen Geheimtips für Warenakquise vermutet, muss nicht weiterlesen. Es ist absolut unberechenbar wo die guten Stücke aufschlagen. Keine Chance. Einst fand ich in einem relativ kleinen und unbekannten Brockenhaus zwei wunderschöne und seltene „Fasce Verticale“ Lampenfüsse von Fulvio Bianconi für Venini aus den 50er Jahren. Obwohl ich die nächsten Monate nahezu täglich dieses Brockenhaus ansteuerte, war nie mehr etwas vergleichbares dabei. 

Ein weiteres Vorurteil besagt, dass Händler auf Onlineplattformen wie Ebay oder Ricardo einkaufen. Dies stimmt teilweise. Tatsächlich findet man auf diesen Plattformen immer mal wieder gute Angebote. Es ist aber so, dass Designklassiker, die als solche eingestellt werden, auch im Netz nahezu Endverkaufspreise erzielen. Die Schwierigkeit liegt also darin, das perfekte Angebot unter tausenden anderen herauszufiltern. Es bedarf bestimmter Suchabfragen und jeder Menge Erfahrung um einen Treffer zu landen. Ich habe schon viele Male erlebt, wie ein tolles Stück völlig falsch eingestellt und beschrieben wurde, der Preis aber trotzdem astronomisch ausfiel. Wohl genau deswegen, weil die Bieter denken, sie hätten die Nadel im Heuhaufen gefunden und sie unter keinen Umständen wieder hergeben wollen.

Ich hatte einmal einen seltenen Ladies Desk mit zugehörigem Sessel und einer Bank von Carlo Bugatti in Händen. Wir sprechen hier von Objekten, die auf Auktionen spielend Beträge von 50000 - 60000 CHF einbringen, wenn sie denn echt sind. Als ich mir die Möbel genauer ansah und feststellte, dass diese unter keinen Umständen älter 40 Jahre sein können, hat sich der Fall aber schnell erledigt. Weiterhin stimmten viele Details der Verarbeitung und Materialität nicht mit dem Original überein. Als ich der Besitzerin mein Urteil beschied und ihr ein Kaufangebot von 3500.- CHF eröffnete, wandte Sie sich empört von mir ab und zeigte mit den Vogel. Als ich ihr dann noch erklärte, dass ich die Möbel nur kaufen wolle, damit ich sie unter dem Titel „Alter Schreibtisch mit Stuhl und Bank von Omas Dachboden“ auf Ebay stellen kann, dachte sie wohl endgültig, ich sei übergeschnappt. Mein Ziel war es aber genau den Nerv der Ebay Schatzsucher zu treffen. Beim Anblick der amateurhaften Fotos des Bugattikonvoluts hätten wohl alle gedacht: Oh mein Gott, heute mache ich den Fang des Jahres. Ich bin mir nach wie vor sicher: aus Reflex hätten so viele wie wild drauflosgeboten, bis sich der Preis bei 25000.- CHF eingependelt hätte. Die Besitzerin der Möbel, eine verarmte Gräfin, die zu der Zeit Geld brauchte, war aber nicht bereit, die Möbel unter 110000.- CHF abzugeben. Sie gab an, die Möbel vor 20 Jahren in einer New Yorker Galerie für rund 95000.- USD erworben zu haben und war sich sicher, dass es sich um eine Top Wertanlage handelt. Das Kapitel endete damit, dass Gräfin die Möbel einem bekannten Zürcher Auktionshaus angeboten hat, diese aber bereits vor dem abladen abgewinkt haben, da es sich klar um Replicas handelte. Sie wies darauf hin ihren Anwalt an, einen Brief an die bekannte Möbelgalerie in Manhattan zu verfassen, woraufhin diese das Konvolut, wohl aus Besorgnis um den eigenen Ruf, für 80000.- USD zurückkauften.

Auch in anderen Fällen hat sich dieser Reflex, der vielleicht auf menschliche Gier zurückzuführen ist, gezeigt. Auf einer Schweizer Onlineplattform wurde einmal eine Kommode eingestellt, die von George Nelson entworfen wurde. Es handelte sich um die Miniature Chest No. 5215. Der typische Marktpreis für so eine Kommode in Topzustand bewegt sich zwischen 3500.- bis 4500.- CHF.  Im Titel des Inserats stand nur: „Alte Kommode in weiss“. Die Beschreibung war knapp und in keiner Weise konnte man erahnen, dass es sich um einen durchaus interessanten Designklassiker handelte. Das Startgebot von 1.- CHF war schnell erreicht und munter haben sich einige Profis hochgeboten. Als die Kommode bei ungefähr 450.- CHF lag bin ich auf das Inserat aufmerksam geworden und habe mich für eine Besichtigung angemeldet. Als ich am Wohnort des Verkäufers eingetroffen bin, hat mich dieser zu sich in den Keller geführt, wo das Möbel schon bereitstand. Auf der Rückseite der Kommode war ein riesiges Loch. Es sah aus, wie wenn jemand mit einer Schrottflinte auf das Ding geschossen hat. Als ich den Verkäufer darauf angesprochen habe, meinte dieser, er wisse nicht viel über das Stück, aber er verkaufe es im Auftrag seiner Tante, die wohl einmal ein Loch in das gute Stück gebohrt habe. Überhaupt war er sehr überrascht, dass die Gebote schon bei 450.- CHF standen. Als ich ihm beschied, dass es sich um einen Designklassiker aus den 60er Jahren handle, fragte er mich, wieviel die Kiste dann Wert sei. Ich antwortete ihm, dass ich aufgrund des schlechten Zustands maximal 800.- CHF anbieten könne. Ich sollte mich täuschen. In der Folge boten sich einige Verrückte auf über 3000.- CHF hoch. Höchstbietender mit einem Gebot von 3506.- CHF war ein österreichischer Händler, der zu seinem Gebot noch Mehrwertsteuer, Zoll, Restauration und Transport rechnen muss. Damit er an dieser Kommode überhaupt noch etwas verdienen hätte können, hätte er sie für sicher 6000.- CHF verkaufen müssen.

Eine Geschichte, die mir ebenfalls geblieben ist, ist diejenige der Marcel Breuer Gartenstühle aus der March. Es handelte sich um das Modell Wohnbedarf 305. Der Verkäufer, ein Bauer aus Wangen, betitelte sein Angebot: „Defekter kultiger Armlehnstuhl“. In der Beschreibung stand: „Holzlättli müssen ersetzt werden“. Die Stühle wurden amateurhaft vor einer Scheune im hohen Gras fotografiert und machten alles andere als einen guten Eindruck. In der Tat war bei einem der beiden Stühle nur noch das Stahlgestell vorhanden und der Besitzer war sehr wahrscheinlich froh, dass er die Stühle nicht selber entsorgen muss. Umso grösser muss wohl die Überraschung gewesen sein, dass die beiden Stühle zusammen einen Verkaufspreis von über 8000.- CHF erzielt haben. Ich stelle mir vor, wie der geschäftige Bauer aus Wangen am Stammtisch der Dorfbeiz seinen Kumpels erzählt hat, dass er zwei kaputte Gartenstühle für diese stolze Summe auf der Plattform verkauft hat und in der Folge alle Bauern der Region ihre Scheunen nach Verwertbarem durchkämmten.   

Solche Auktionsplattformen sind eine gute Sache, wenn man sich unter Kontrolle hat. Niemals darf man sich der Versuchung hingeben, einen Artikel so sehr zu wollen, dass man bereit ist, alles dafür zu zahlen. Dafür sind die meisten Artikel, die dort angeboten werden, zu wenig selten. Meistens werden sie unrestauriert und in schlechtem Zustand verkauft. Ohne ein Objekt selbst in Augenschein genommen zu haben, sollte man daher vorsichtig bieten. Restaurationsaufwand, Transportkosten und allfällige Gebühren sind auch nicht zu vernachlässigen. Möglicherweise kostet ein Objekt in einem Shop unwesentlich mehr, aber dafür geben sich die Verkäufer Mühe, den Kunden mit einem wohnfertigen, restaurierten Stück, das in eine Ausstellung integriert ist, anzusprechen.

 

S SteinerKommentieren